Warum braucht es digitales Matchmaking bei der Jobsuche?
Inklusion

Sarah Schilberg

Head of PR und Partnerschaften — Socialbee

Warum braucht es digitales Matchmaking bei der Jobsuche?

10:04·21 Oktober 2026

Socialbee ist eine digitale Plattform, die deutschlandweit Talente mit Flucht- oder Migrationserfahrungen und Unternehmen zusammenbringt.

2015, als viele Menschen nach Deutschland flüchteten, haben Zarah Bruhn, Gründerin von Socialbee, und Head of Public Relations Sarah Schilberg mit Freuden die Willkommenskultur im Land beobachtet. Gleichzeitig haben sie aber auch festgestellt, dass für viele das Danach noch viel wichtiger sei. An dem Punkt setzt die Arbeit von Socialbee an.

Integration funktioniert am besten durch einen Job und gute Sprachkenntnisse, wie Sarah Schilberg erklärt. Um das voranzubringen, gründet Zarah Bruhn 2016 Socialbee. Die Zeitarbeitsfirma hat sich zur digitalen Plattform der Jobsuche entwickelt. Denn aufgrund von Unsicherheiten seitens der Unternehmen und der Unkenntnis des Arbeitsmarktes, fehlender Sprachkenntnisse oder anderen Problemen der Jobsuchenden gestaltet sich, laut Schilberg, ein gutes Match ohne Unterstützung schwierig.

Aufenthaltsgenehmigung, Arbeitserlaubnis, Sprachkenntnisse, Behördengänge, Qualifikationsnachweis und noch viel mehr sind Hürden, die sowohl die Arbeitssuchenden als auch die Unternehmen oft nicht alleine schaffen. Auch dabei unterstützt die gemeinnützige GmbH Social.

1800 Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung haben die 'sozialen Bienen' aber schon zu einem Job verholfen. Hinter dieser Zahl stecken Menschen, die fleißig arbeiten, dazugehören und an der Gesellschaft teilhaben wollen, unterstreicht Schilberg.

Zarah Bruhn und ihr Team wollen aber mehr. Socialbee arbeitet mit der Politik und auch Einrichtungen wie Jobcentern zusammen. Doch das reiche nicht, findet Head of PR Sarah Schilberg. Im sozialen Bereich bereiten Streichungen der finanziellen Mitteln bei Socialbee und weiteren Non-Profit-Unternehmen Sorgen.

Dabei sei genau dieses Engagement in Zeiten von Fachkräftemangel besonders wichtig. Schilberg weist darauf hin, dass bei Socialbee auch besonders viele geflüchtete Frauen die kostenlosen Sprachkurse belegen und einen Job suchen. Oft sind diese Frauen alleinerziehend oder pflegen Verwandte. Sie sind eine marginalisierte Gruppe in einer marginalisierten Gruppe, wie Schilberg anmerkt. Durch das digitale Angebot von Socialbee haben sie keinen zeitlichen Druck und können ortsunabhängig ihre Weiterbildungen machen und Sprachkurse belegen.

Lena Kirchner
Journalist impact.info
Veröffentlicht am 21 Oktober 2026