Lernen mit den Händen in der Erde statt mit Arbeitsblättern am Tisch: Das setzt Acker e.V. an mehr als 2000 Lernorten wie Schulen, Universitäten, Unternehmen und Pflegeeinrichtungen deutschlandweit um. Die Geschichte des Sozialunternehmens begann mit seinem Gründer Christoph Schmitz. Er ist im Gegensatz zu seiner Tochter auf einem Bauernhof aufgewachsen. Er kennt den Weg vom Samen über die Ernte bis auf den Teller. Seine Tochter und Tausende andere Kinder kennen diesen Weg aber nicht. Ein einzelner Erlebnistag auf einem Bauernhof reicht seiner Meinung nach nicht aus. Anstatt die Kinder zum Acker zu bringen, bringt Acker e.V. deshalb den Acker zu den Kindern.
Den ersten Versuch startet Christoph Schmitz im Jahr 2013 mit seiner Schwester, die Lehrerin ist. Sara Reichau, Referentin für Presse, PR und Politik bei Acker e.V., erklärt: An der Pilotschule funktionierte das Projekt sofort so gut, dass es wachsen musste. Noch ist es nicht so weit. Das Ziel sei aber, dass jede Schule einen eigenen Acker habe und das Programm GemüseAckerdemie dauerhaft in ihren Schulalltag integriere. Denn nach mehreren Jahren Arbeit sehe man deutlich, „dass die Schüler:innen gemeinsam arbeiten, sich gegenseitig unterstützen, dass sie die Beziehung untereinander verbessern und dass es so einfach ist. Dass es eine andere Art des Lernens ist, die so viel mit den Kindern macht und die es so viel einfacher macht, unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu machen“, so Sara Reichau.
Wesentliche gesellschaftliche Probleme, die Acker e.V. angeht, sind ungesunde Ernährungsweisen, Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen und Lebensmittelverschwendung. Ackern, also der Anbau von Obst und Gemüse auf dem schuleigenen Feld, weckt nachweislich mehr Interesse an Lebensmitteln und mehr Wertschätzung für sie. Die 200 Mitarbeitenden und die knapp 400 ehrenamtlichen Ackercoaches unterstützen Pädagoginnen und Pädagogen bei der Umsetzung. Die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler pflanzen, jäten Unkraut, gießen und ernten. Man lernt durch Selbermachen, so wie beim Schwimmen, erklärt Sara Reichau.











