Warum schützt menschenorientiertes Arbeit den Planeten?
Finanzen

Sebastian Klein

Gründer — Neue Narrative

Warum schützt menschenorientiertes Arbeit den Planeten?

10:40·9 September 2026

Sebastian Klein, Mitgründer des Magazins Neue Narrative, ist überzeugt, dass menschenorientiertes Arbeiten statt Profit im Vordergrund stehen sollte. So schütze man sowohl die Arbeitskräfte als auch den Planeten.

Sebastian Klein, Autor und Aktivist für Steuergerechtigkeit, hat Psychologie studiert. Sein anschließender Berufseinstieg in der Strategieberatung war das Gegenteil von dem, was er gelernt hatte: Dort standen nur Geld und Profit im Fokus.

Man merkt einfach, dass dieses alte Modell, wo Menschen Ressourcen sind, die man verbrauchen kann, einfach nicht mehr trägt und nicht mehr in unsere Zeit passt.

Daher gründete er Neue Narrative. Das Printmagazin ist Arbeitsbuch und Wissensquelle zugleich. Dazu gehört auch 9 Spaces, eine digitale Plattform für die Entwicklung und Transformation von Organisationen. So sollen Unternehmen lernen, Menschen nicht als Ressource zu verbrauchen und dem Planeten nicht zu schaden, sondern das Gegenteil zu tun.

Klein orientiert sich gern am sogenannten Donut-Modell der Ökonomin Kate Raworth: Macht ein Unternehmen zu wenig Profit, geht es pleite. Macht es zu viel Profit, richtet es Schaden an, etwa wenn Beschäftigte wegen Überlastung ausfallen oder die Umwelt geschädigt wird.

Hier kommt New Work ins Spiel, also neue Formen der Arbeit. Für Sebastian Klein bedeutet das menschenorientiertes Arbeiten: Der Mensch steht im Mittelpunkt, seine Bedürfnisse und seine Persönlichkeit werden ernst genommen. Das heißt allerdings nicht, dass alles andere in den Hintergrund rückt.

Einerseits sind wir ja eine unglaublich reiche Gesellschaft. Wir sitzen auf 25 Billionen Euro Privatvermögen. Und ständig fehlt uns überall Geld. Wir können uns nichts leisten. Wir müssen sparen. Wir können keinen Klimaschutz betreiben. Wir können unsere Schulen nicht auf ein modernes Niveau bringen.

Daraus ergibt sich für Klein die zentrale Frage der Transformation: Wie müssen Organisationen funktionieren, damit gute Menschen auch Gutes bewirken, statt großen Schaden anzurichten?

Ohne diesen Wandel schaffen es Unternehmen nicht, mit der Zeit zu gehen: Sie bleiben nicht profitabel und müssen schließen. Gleichzeitig werden neue Firmen gegründet, und das gehört zur Wirtschaft dazu, wie Sebastian Klein erklärt. Denn verantwortungsvoll zu wirtschaften und innerhalb der planetaren Grenzen zu bleiben, ist die einzige Alternative.

Häufig gestellte Fragen

  • Menschenorientiertes Arbeiten bedeutet, die Bedürfnisse und Persönlichkeiten der Mitarbeitenden in den Mittelpunkt der Unternehmensführung zu stellen. Es geht darum, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, in der die Menschen nicht nur als Ressourcen betrachtet werden, sondern als Individuen, deren Wohlbefinden und Zufriedenheit entscheidend für den Erfolg des Unternehmens sind.
Lena Kirchner
Journalist impact.info
Veröffentlicht am 9 September 2026
Bildnachweis — Frederik Lorenz

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