Wie können Reststoffe aus Pflanzen Plastik und andere Kunststoffe ersetzen?
Ökologie

Isabel Thoma

Head of Impact Communicationstraceless

Wie können Reststoffe aus Pflanzen Plastik und andere Kunststoffe ersetzen?

10:15·26 August 2026

Unternehmenskommunikation und Nachhaltigkeit sind die Aufgabenbereiche von Isabel Thoma bei traceless, Hersteller eines Biomaterial auf Basis von natürlichen Reststoffen.

Kunststoff ist, wie Isabel Thoma erklärt, in einer künstlichen Umgebung aus künstlichen Molekülen hergestellt. Dieser Stoff - wie schon lange bekannt - sorgt für Probleme bei der Entsorgung. Viel zu wenig Plastik kann recycelt werden und viel zu viel landet in der Umwelt und richtet dort Schäden an. Traceless ist ein Unternehmen, das eine bessere Lösung auf den Markt gebracht hat.

Bei der Herstellung von zum Beispiel Lebensmitteln oder Bio-Ethanol fallen pflanzliche Reststoffe an. Anstatt sie zu entsorgen, wie es häufig der Fall ist, hat Anne Lamp eine Theorie zur Verarbeitung dieser Reste entwickelt. Aus den pflanzlichen Reststoffen bildet sich in ihrem Verfahren ein neuer Stoff, der ein natürlicher Plastikersatz ist. Daraufhin gründete sie in Hamburg das Start-Up Traceless, das zu einem kleinen Industrieunternehmen mit globalem Markt herangewachsen ist.

Traceless bedeutet spurlos. Das ist der große Vorteil von unseren Materialien, dass sie eben so gestaltet sind, dass sie in den biologischen Kreislauf sich integrieren. Das beutetet, sie sind 100% natürlichen Ursprungs und nach ihrer Nutzung hinterlassen sie keine schädlichen Spuren.

Isabel Thoma verdeutlicht, dass das hergestellte Material in Granulatform, weder Plastik, noch Bioplastik sei. Sondern eine ganz neue Kategorie.

Der technisch korrekte Begriff ist 'Naturpolymerstoff' sprich ein Naturstoff, der auf der molekularen Ebene in der Natur entstanden ist. Was wir machen, ist: wir nehmen natürliche Moleküle, die in der Pflanze gewachsen sind und extrahieren die raus aus diesen Pflanzenresten und nutzen sie genauso wie sie sind in unseren Materialien.

Man sehe den Unterschied zu Kunststoffen nicht und auch sonst habe dieser Stoff viele Vorteile, so Thoma.

  1. Ein natürliches Material aus der Umwelt entnommen, kann nach Benutzung ohne Verschmutzungsrisiko wieder in die Umwelt zurückgegeben werden.

  2. Der energieeffiziente Prozess bei der Herstellung von dem Material senkt den Treibhausgasausstoß.

  3. Ökonomisch betrachtet, kann dieser lokale und natürliche Stoff die Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen voranbringen.

  4. biologisch abbaubar, kann kompostiert werden

Um die Nutzung dieses Stoffes voranzutreiben, braucht es, wie Isabel Thoma weiß, eine Veränderung in den Regeln. Kunststoff ist - trotz Preissteigerungen - immer noch günstiger als natürliche Stoffe, wie der von traceless. Auch eine Regulation des CO2-Preises ist eine Möglichkeit, Unternehmen dazu anzutreiben, in Biostoffe zu investieren.

Lena Kirchner
Journalist impact.info
Veröffentlicht am 26 August 2026

Transkript

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