Nicolas Viennot
Inklusion

Nicolas Viennot

GeschäftsführerCollectif Mentorat

Warum Mentoring die Gesellschaft versöhnen kann

10:44·2 Januar 2026

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Nicolas Viennot ist der Geschäftsführer des Collectif Mentorat, der 2019 gegründet wurde und das Ziel hat, alle Vereine zu vereinen, die Mentoring-Programme für benachteiligte Jugendliche anbieten.

Mentoring ist eine individuelle Beziehung zwischen einem Jugendlichen und einer ehrenamtlichen Person, die als Mentor bezeichnet wird und diesen Jugendlichen mindestens 6 Monate lang begleitet, indem sie auf seine Bedürfnisse und Erwartungen eingeht und ihm hilft, seinen Bildungsweg und den Einstieg ins Berufsleben zu gestalten. 

Der Mentor kann sowohl ein 6-jähriges Kind, einen 13-jährigen Teenager, einen 17-jährigen Schüler oder einen 27-jährigen jungen Erwachsenen begleiten und somit sowohl auf schulische Herausforderungen, Orientierungsfragen, kulturelle Öffnung als auch auf den Einstieg ins Berufsleben eingehen.

"Aber im weiteren Sinne hat Mentoring das Ziel, den Horizont der Möglichkeiten und Perspektiven für diese begleiteten Jugendlichen zu erweitern, indem es ihnen hilft, weiter zu denken, höher zu träumen, um die Barrieren abzubauen, die sie möglicherweise kennen, eine mögliche Selbstzensur und vor allem die sozialen Determinismen, die sie erleiden können", präzisiert Nicolas Viennot. 

So vielfältig wie die Mentoren sind auch die Mentees in Bezug auf Herkunft und Alter; Mentoren können Schüler, Studenten, Berufstätige oder Rentner sein. Unter den Berufstätigen finden sich Angestellte, aber auch Selbstständige oder Beamte.

"Die zentrale Idee ist, dass jeder Mentor werden kann, der bereit ist, sich zu engagieren, einem Jugendlichen zuzuhören und ein wenig Zeit zu investieren, um ihn mindestens 6 Monate lang regelmäßig zu begleiten", erklärt Nicolas Viennot. "Man benötigt keine technischen Fähigkeiten, um Mentor zu werden. Es ist jedoch wichtig, die Neugier und die Berufung zu haben, zuzuhören".

Jedes Jahr werden 160.000 Jugendliche von den Vereinen des Collectif Mentorat begleitet, und es gibt 160.000 Mentoren. "Das Mentoring hat also einen breiteren Einfluss auf die Gesellschaft, über die individuelle Beziehung hinaus, da jedes Jahr 320.000 Personen betroffen sind", erklärt Nicolas Viennot.

"Das hat eine massenhafte Wirkung, und Mentoring trägt dazu bei, eine Gesellschaft von Verbindungen zwischen verschiedenen Generationen zu schaffen, da der Mentor oft älter ist als der Jugendliche, und Verbindungen zwischen Menschen aus unterschiedlichen sozialen Schichten zu knüpfen, da die Jugendlichen oft aus weniger begünstigten sozialen Schichten stammen als ihr Mentor. All dies trägt dazu bei, eine Gesellschaft zu bilden und einen Dialog zwischen den Generationen und sozialen Schichten zu fördern und aufrechtzuerhalten. Es trägt also dazu bei, eine gespaltene Gesellschaft zu reparieren". 

Florence Jaillet
Journalist impact.info
Veröffentlicht am 2 Januar 2026