Die SWANS Initiative ist ein postmigrantische Selbstorganisation. Das heißt, dass alle Mitarbeiterinnen und Ehrenamtlichen selbst Teil der Community sind. Martha Dudzinski erklärt, dass es einerseits eine bessere Unterstützung garantiert, weil mehr Verständnis für die Erfahrung jeder einzelnen gibt. Und dass es andererseits eine Frage der Glaubwürdigkeit ist. Denn das Leitmotiv soll nicht nur in anderen Firmen umgesetzt werden. Das Schwanen-Team ist selbst ein Beispiel dafür, wie das funktionieren kann.
Wie die Gründerin Dudzinski weiß, haben Migra-Töchter, BIWOC und Women of Colour ganz andere Erfahrungen und Hürden als weiße Frauen ohne Einwanderungsgeschichte. Der Fachbegriff lautet Intersektionalität und beschreibt, dass Personen dieser Community gleichzeitig aufgrund von Sexismus und Rassismus benachteiligt werden. Das fängt schon früh an. Martha Dudzinski berichtet, dass viele Schwäne statt Freizeit zu genießen, Verantwortung für die Familie tragen müssen. Dazu gehören zum Beispiel Behördengänge, das Ausfüllen von Steuererklärungen und häufig auch eine finanzielle Verantwortung. Im beruflichen Kontext ist Unterschätzung ein Problem. Oft werden Migra-Töchter, BIWOC oder Women of Colour nicht eingestellt. Grund dafür sind Vorurteile wie geringe Deutschkenntnisse oder das Fehlen einer Aufenthaltsgenehmigung.
Die Schwäne, wie die Mitglieder der Initiative genannt werden, wollen mit diesen vielen Assoziationen von außen brechen. Schwäne werden als Einzelgänger, rein und elegant wahrgenommen. Aber anstatt sich mit diesem Bild abzufinden, brechen die Schwäne das Klischee, und konzentrieren sich im Rudel auf ihre inneren Werte, wie Martha erläutert.
Das kostenloses Förderprogramm vermittelt Schwänen berufsrelevantes Wissen, erklärt ungeschriebene Gesetze und Spielregeln und bietet Coachings zu unterschiedlichsten Themen an. Und das wohl wichtigste ist das Empowerment durch die Community. Die Frauen lernen, dass sie nicht alleine sind, sondern sich einem strukturellen Problem im Rudel stellen können.






