50% der Femizide ereignen sich im ländlichen Raum, obwohl dort nur 30% der Bevölkerung lebt. “Es gibt nicht mehr gewalttätige Menschen”, erklärt Mandana Etemad, “aber diese Zahl zeigt uns, dass solche Gewaltsituationen, da sie Menschen betreffen, die weniger Hilfe in der Nähe finden, ein höheres Risiko haben, in einem Femizid zu enden.”
Diese Feststellung hat den Verein Solidarité Femmes Beaujolais dazu veranlasst, sich intensiv um Frauen und Kinder in vulnerablen Situationen in ihrem Gebiet zu kümmern, um Ressourcen so nah wie möglich an die Menschen zu bringen.
Ein weiterer Handlungsansatz ist die Sensibilisierung. “Häusliche Gewalt tritt immer nach psychologischer Gewalt auf, die sich schleichend etabliert”, erläutert die Co-Direktorin. “Eine psychologische Gewalt, die schwer zu erkennen ist und die wir gelernt haben, zu bagatellisieren.” Das ist die Herausforderung der Arbeit von Solidarité Femmes Beaujolais, alle gemeinsam zum Nachdenken zu bewegen.
“Heute weiß jeder, dass es angemessene Maßnahmen gibt, wenn jemand einen Herzinfarkt hat, und selbst wenn man sie nicht kennt, weiß man, dass man handeln und das Telefon holen muss, um Hilfe zu rufen”, erzählt Mandana Etemad. “Das Gleiche gilt für eine Situation häuslicher Gewalt. Man muss lernen, die Zeichen zu erkennen und einzugreifen.”
Gestärkt durch diese Überzeugung bietet der Verein Schulungen zur „Erste-Hilfe-Haltung“ an, die für alle offen sind, jeweils 2,5 Stunden pro Monat, und nun auch an einem oder zwei Tagen, wobei der Preis frei wählbar ist. Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger gegen häusliche Gewalt in ihrem Gebiet zu mobilisieren. Auch Unternehmen, Gemeinden und alle anderen Bereiche sollen angesprochen werden, denn häusliche Gewalt betrifft alle Altersgruppen, soziale Schichten sowie städtische und ländliche Gebiete.
“Es braucht ein Engagement der Bewohnerinnen und Bewohner in ländlichen Gebieten”, betont die Co-Direktorin von Solidarité Femmes Beaujolais. “Im ländlichen Raum gibt es viele solidarische Netzwerke, Initiativen und Ressourcen, und wir glauben wirklich, dass sich die Dinge durch das Engagement der Bürger, zusammen mit den Fachleuten und zur Unterstützung der Vereine, ändern können.”
Solidarité Femmes Beaujolais ist auch in Schulen tätig und arbeitet mit Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren und schult Fachkräfte, Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen zu dem Thema häusliche Gewalt.











