Der von Marie-Claire Koulibaly gegründete Verein trägt den Namen einer Blume, die für Leidenschaft, das brennende Verlangen nach Liebe und auch für Durchhaltevermögen steht. Indem sie diese Blume als Namen und Emblem des Vereins wählte, wollte sie den Frauen sagen, dass auch sie das Recht haben, sexuelles Verlangen und Freude zu empfinden. “Nach der Beschneidung wieder aufzubauen, ist wie eine Blume, die man schneidet und die schöner wieder nachwächst”, erzählt Marie-Claire Koulibaly, die selbst mit nur 9 Jahren Opfer von Beschneidung wurde.
“Um Frauen, die von Beschneidung und/oder Zwangsheirats betroffen sind, zu unterstützen, muss man zunächst die anthropologischen und interkulturellen Aspekte dieser Fragen verstehen”, erklärt die Gründerin der Orchidées rouges. “Wir werden von der Darstellung dessen ausgehen, was die Person erlitten hat, um mit ihr zu arbeiten, mit einer personalisierten, gemeinsam erarbeiteten Begleitung für jede dieser Frauen. Es gibt so viele Wege wie Frauen.”
Ein Weg, der ihnen ermöglicht, ihren Körper und ihre Sexualität zurückzuerobern, indem sie eine wohlwollende Beziehung zu sich selbst entwickeln, aber auch eine Handlungsfähigkeit, die durch die Stärkung des Selbstwertgefühls bis hin zur sozialen und beruflichen Eingliederung führt.
“Über die Heilung der Wunden hinaus wollen wir die mentale Befreiung der Frauen, um ein Leben im Einklang mit ihren tiefsten Wünschen zu gestalten”, betont Marie-Claire Koulibaly, “was erfordert, das Negative, das seit der frühesten Kindheit eingepflanzt wurde, zu dekonstruieren und Positives wieder aufzubauen.”
“Der Körper ist kein Folterinstrument, sondern ein Objekt des Wohlbefindens, der Schönheit, der Selbstverwirklichung, aber auch der gesellschaftlichen Positionierung und der wirtschaftlichen Befreiung, um das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen”, schließt sie.











